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Kritik Roman Shortstory Essay Gedicht Kurzprosa
Der Versuch von einer Einkaufsstrasse auf einem Schneeberg zu schreibenvon Robert Zobel30.1.04
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von Mitgl. 9
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Kinder rennen eine Einkaufsstrasse hoch und fahren sie dann mit selbstgebauten Schlitten aus Plastikflaschen wieder hinunter.
Sacken lassen.
Was stimmt an diesem Bild nicht? Genau, Kinder können sich keine Abgabeflaschen mehr leisten, weil die ja jetzt Pfand drauf haben und die Eltern bringen die alle wieder zu Penny, Liddl oder Real. Das ist schlecht für die Kinder. Wir müssen das Bild leider umschreiben.

An einem langen Seil ziehen 5 Kinder eine schwere Metalltür vom Sperrmüll die Einkaufsstrasse hinauf. Die Leute gucken erstaunt. Ein paar Jugendliche ärgern die Kinder und bewerfen die Tür mit Schneebällen. Oben an der Straßenecke angekommen, lassen sie das Seil los, springen auf und fliegen den Berg hinunter. Zahlreiche Passanten stürzen. An der Metalltür klebt Blut.
Sacken lassen. Augen schließen und dieses Bild sich in die Lider stellen.
Was kann hier nicht ganz stimmen? Das fünf Kinder eine schwere Tür mit einem Seil ziehen? Ach, nein, das ist möglich, denn die Kinder könnten ja viele Muskeln von verbotener Kinderarbeit haben. Vielleicht schleppen sie sonst auf einem Schrottplatz alte Autos, dass kann man ja nicht wissen. Das Passanten stürzen und Blut an der Tür klebt? Nein, auch dass ist möglich. Denken sie sich doch einmal die Einkaufsstrasse her. Natürlich liegt Schnee und da können sie sich ja vorstellen, dass Metall gut rutscht und natürlich wird auch eingekauft, man schaut in die Schaufenster und dann macht es ratsch und die Beine sind abgerissen. Das liegt im Möglichen. Das ist vorstellbar.
Das was nicht funktioniert, ist das mit den Jugendlichen, denn wenn Jugendliche schon Schneebälle werfen, dann auch auf Kinder und nicht auf die Tür, die sie ziehen. Das hat ja keinen Sinn. Außer die Jugendlichen wären blind gewesen oder so.
Wir müssen noch einmal beginnen.

Peter und Johanna kommen gerade aus dem Kindergarten und haben dort Drachen gebastelt. Die haben sie in ihren großen, von Mama gesponserten, Alditüten versteckt. Johanna hat Angst, dass ein Drache abhaut und in die Lüfte entflieht. Peter denkt anders. Er hat einfach keine Lust, dass der Drache kaputt geht, an dem er 2 Tage lang gesessen hat und hält die Tüte ganz fest an seinem Kinderbauch. Beide rutschen nämlich ständig aus und packen sich mit schützenden Händen in den Schnee. Hoch müssen sie. Beide wohnen in dem höher gelegenen Stadtteil und müssen über die Einkaufsstrasse zurück gehen. Weil aber Schnee liegt und sie nur rutschende Gummistiefel anhaben, klappt es nicht die Steigung zu bewältigen. Immer wieder kippen sie einfach um. So wie umgeworfene Kegel oder gefällte Jungbäume. Die Passanten lachen schon und bewerfen die Kinder mit grad gekauften Sommergeschenken. Meist für sich selbst gekauft. „Warum soll man sich nicht auch selbst was schenken können?“ wendet sich eine Einkäuferin zum Leser aus der Geschichte heraus und schaut mit starren, hypnotischen Blick. Doch der Schreiber lenkt sofort in die Bahnen und lässt wieder wegschauen.
Die Kinder fallen und fallen und als Johanna ganz doll mit ihrem Denkapparatchen durch den Schnee die Bordsteinkante und 10 % Gullydeckel berührt, hat sie Schmerzen und dann eine Idee. „Du Peter?“
„Ja Hans?“
„Hans?“ Johanna versteht nicht.
„Ich dachte gerade Du bist Hans“
Beide erschrecken grausam, haben offene Münder. „Wir müssen aufpassen, aufhören mit dem Fallen“.
Peter nickt mit großen Augen.
Doch sie müssen nach Hause. Wenn Sie nicht in einer halben Stunde zuhause sind, gibt es bei Johanna Kloppe von Papa, „Klappe“ von Mama und „Klips Klaps“ vom kleinen Bruder, der übrigens eine fürchterliche Erziehung genossen hat. Deswegen hat er sich auch noch nie gewaschen. Schwimmbäder meidet er nur nicht, wenn kein Wasser drin ist. Einmal hat es geregnet und jeder einzelne Tropfen hat ihm zum Schreien gebracht. Bei Peter wird einfach nur die weitere Ernährungsversorgung brach liegen. Die Eltern werden ausziehen, die Wohnungsgesellschaft wird ihn zum Sperrmüll stellen und wenn er Glück hat, wird er nicht von irgendwelchen Kindern an einen Strick gebunden um damit einen Berg hinunterzuschießen. Aber is ja trotzdem blöd, wenn man beim Müll steht und die Bäume die Blätter auf einem verlieren. Kurz es wäre echt krass unkrasse Knorke.
Hoppla was war das denn?
Gerade noch können sich die Beiden zur Seite werfen. Eben kam eine Metalltür die Steigung runtergezischt. Oben sind ein paar gefallen. Das hat Peter sofort gehört, sein Mädchen genommen und ab in den Schnee zur Seite.
(vom Autoren: Hier müsste Peter aus „“ eigentlich einen Orden verliehen bekommen)
Peter spürt Ihr Knie an seinem Bauch. Ihren zarten (vom Autoren: Shit hab vergessen, wie alt sie sind. Werd den Satz neu anfangen)
Peter spürt Nichts. (v.A.:Super)
Sie kommen wieder auf die Beine. Irgendwelche Leute haben aus den umliegenden Geschäftsfenstern gesehen, wie Beide zur Seite gesprungen sind und fangen an zu klatschen. Schreien „Hurra“ und werfen Geldscheine. Oben auf der Straße hat’s einem Passanten die Beine zerfetzt. Da weinen die Leute und kreischen. Irgendwo mitten auf der Strasse wird es einen Punkt geben, wo Jubeln und Weinen sich trifft. Da würde Peter gerne sein. Rein der Wissenschaft schon wegen. Die mag er nämlich. Sieht man schon daran, dass er einen Pulli trägt auf dem Pilzkulturen gedeihen. Außerdem war sein erstes Wort, dass er je gesprochen hat, Wischsaft. Jeder aus der Familie dachte, dass es Wissenschaft heißen soll. Nur die Mutter wusste genau, dass er wirklich Wischsaft, also aus dem Wischeimer das Wasser, meinte.
„Aus echten Früchten, kostet doch so viel und wenn die Männer aus dem Dorf durch den Vorflur gehen, wisch ich da und dann ist da auch ein bisschen Frucht drin. Der Junge liebt das“.
„Mhh Wischsaft“ ist Peter gerade selbst eingefallen, einfallen hat angesteckt und Johanna fällt wieder ihre Idee ein, die so vom Kopfsteinpflaster hat und dem Stück Gullydeckel.
„Peter!! Wir müssen unsere Drachen benutzen. Die können schwimmen.“
„Fliegen Johanna, fliegen“
„Ahh entschuldige, aber das verwechsle ich immer“ schüchtern schaut sie zu Boden.
Der kleine Junge streicht sich lässig durch das Haar, hätte er noch eine Windel an, würde er daran zupfen, und geht auf Johanna zu. „Eh, mach kein Stress, aber jetzt wird abgerechnet“. Dann verpasst er ihr zwei Fausthiebe mitten auf den linken Nasenflügel. Die Schläge waren äußerst präzise und haben ihr die halbe Gesichtshälfte zerdeppert. So ein Kinderkopf der scheppert.
„Danke Peter. Das war nötig. Fliegen!! Fliegen!! Ja, jetzt geht es wieder. Danke Peter. He Peter, ich danke Dir. Dir und deiner Mutter die dich zeigte“
„Zeugte?“
„Ohh“
Peter schlägt noch einmal zu. Linke Lippe, linke Braue und links am Unterkiefer. Johanna ist Rechtslastig.
„Danke Peter. Das war nötig. Fliegen!! Fliegen!! Ja, jetzt geht es wieder. Danke Peter. He Peter, ich danke Dir. Dir und deiner Mutter die dich zeugte“ Sie schüttelt sich den Kopf, er auch und sie fangen an zu singen:
„Danke Peter. Das war nötig. Fliegen!! Fliegen!! Ja, jetzt geht es wieder. Danke Peter. He Peter, ich danke Dir. Dir und deiner Mutter die dich zeugte. He Ho zeugte, zeigte“
Die Passanten und Ladeninhaber die vorhin gejubelt singen jetzt auch mit. Alle singen. Weit hinten im Horizont zeiht sich ein Regenbogen übers Bild. Gänse flocken über das Blau. Ein fliegendes Auge blickt ins Herz und verschenkt 1000 € Scheine.
Dann steht da „Ende“ und es kann geordnet weitergehen.
Beide öffnen ihre Alditüte und heben vorsichtig den Drachen heraus. Sie flattern schon im Winterwind. Der Herr Winterwind ist Johannas Zivi aus dem Kindergarten, der hat gerade ihren Drachen in den Bart gekommen. Jetzt geht er ohne Probleme die Steigung hinauf. Die Beiden hätten schalten müssen. Hätten ihn fragen sollen, ob er sie bei den Händen nehmen kann. Die sind aber auch blöd. Kurz es war echt krass unkrasse Knorke ihn nicht anzusprechen. Nun kommt Johannas genialer Plan. Sie will sich den Drachen um den Bauch binden und dann versuchen ganz viel Angst vor dem Selbstgebastelten zu entwickeln. Mit Hilfe der Panik will sie so viel Kraft entwickeln, dass sie die Steigung erstürmen kann.
Es klappt nicht. Sie kann einfach keine Angst bekommen. Sie ist ja keine Prinzessin. Peter hat den Drachen in kleine Teile zerrissen und verkauft diese jetzt an Terroristen. Tschuldigung Touristen. Auf dem Zertifikat, dass dazugegeben wird, steht „Echtes Stück selbstgebasteltes Drachenpapierding von einem Jungen, der eine Steigung nicht hochkommt, gezimmert“. Jetzt kann er sich einen Lift hoch zur Straßenecke bauen lassen. Alles ist verkauft.
Das erste Mal wünscht sich Johanna einen Mann zu haben. Einen, wie Peter, so wie er steht da, ist er ein ganz Süßer. Am besten sieht seine geschwollene Hemdtasche aus. Guter Mann sein.
Da weht auf einmal der Wind in den Drachen von ihr, sie rutscht den Berg auf und blitzschnell hat sich auch noch Peter drangehängt. Sie rutschen durch die Pustkraft der Wolken nach oben. Kurz bevor Johanna oben ankommt, reißt sich Peter die eigenen Pulsadern auf.
(vom Autor: Schreib jetzt wie ein Kind) Das Krankenauto bimmelt dann heran und Peter muss raus ausn Schnee. Alles ist traurig. Die Autos auch, denn sie hupen wild und rauchen stinkig. Einer der Doktors kommt zu mir und hilft mir auf. Mit den Händen
(v.V.: Ende) und einem Lächeln. Später kam heraus, dass er auf Grund Wischsaftmangels einfach verrückt geworden ist.
Heute 100 Jahre später, hat auch sie sich ermordet. Sie ist mit einem Paarhaglider (v.A.: ) an eine Felskante und hat sich genau da die Pulsadern zerschnitten, wo Peter sie gerissen hat. Unheimlich war ihr, als sie starb.

Nun, was war jetzt hier verkehrt. Über was für Antagonismen sind wir gestolpert? Haben sie welche bemerkt? Sind sie ein Mensch? Haben sie beim furzen schon mal....
Muss mich zusammenreißen, der 15 jährige Junge will der Johanna gerade noch im Tod einen Schneeball an den Kopf werfen. Aufhören!!
An welche Ungereimtheit können sie sich sofort erinnern?
Ist es 10 % Gullydeckel? Falsch!! Fallstudien haben aufgezeigt, dass man sehr wohl beim Schneefall 10 % Gullydeckel berühren kann. Das ist bewiesen.
Ist der Bruder es, mit seinem Wasserproblem? Leider Falsch. Auch ihn gibt es wirklich. Er lebt heute abgeschieden in Somalia.
Wischsaft? Falsch! Tatsache!
Die einzige Sinnlosigkeit ist, dass Peter das Nichts spüren kann, dass er auf ihr im Schnee spürt. Nichts kann man nämlich nicht spüren.

Hier lesen sie gerade: Ende

Der Versuch von einer Einkaufsstrasse auf einem Schneeberg zu schreibenvon Robert Zobel30.1.04
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